Osterspuren im Stuttgarter Westen

... mit den Emmaus-Jüngern – Der Oster-Stationen Gottesdienst

26. März bis 18. April 2021 | Pauluskirche, Seyfferstraße 60, Stuttgart

An sechs Stationen in und um die Pauluskirche gibt es eine kleine Geschichte und viele Möglichkeiten, selbst etwas mitzugestalten und dabei die Passions- und Ostergeschichte mitzuerleben. 

Alles, was es braucht: 

Ein Handy mit QR-Code-Reader für weitere Zusatzinformationen. 

Station 1: Mit den Emmausjüngern sind wir traurig unterwegs

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    Zwei Egli-Figuren, welche die Jünger auf dem Weg nach Emmaus darstellen, stehen rechts im Bild. In der Mitte des Bildes sind zwei kleine Tonkrüge, dabei ein kleines Schild in Form von einer Träne. Auf dem steht: Gott, sammle unsere Tränen in Deinem Krug.

    „Das kann doch alles gar nicht sein. Wie soll es denn jetzt noch weitergehen? Ich bin so traurig.“

    Kleopas ist mit einem seiner Freunde auf dem Weg nach Emmaus. In Emmaus sind sie zuhause. Aber dort waren sie schon lange nicht mehr. 

    Sie sind Freunde von Jesus. Lange sind sie mit ihm mitgezogen. Sie haben ihm zugehört und miterlebt, wie Jesus vielen Menschen geholfen hat. Aber die letzten Tage waren sie in Jerusalem. Dort ging alles ganz schnell. Gerade noch haben sie mit Jesus ein Fest gefeiert. Dann wurde er verraten. Soldaten haben Jesus gefangen genommen. Wie ein Verbrecher ist er am Kreuz gestorben. 

    Kleopas kämpft mit den Tränen. Kaum bringt er die Worte über die Lippen: „Ich kann kaum laufen. Meine Beine sind so schwer. Alles fühlt sich dunkel und leer an. Ich habe keine Ahnung, was jetzt noch kommen soll.“

    Seinem Freund laufen die Tränen über die Wangen:„Jesus fehlt mir so. Noch nie war ich so traurig. Kleopas, ich kann kaum auf den Weg achten, du findest doch nach Hause?“

    Kleopas nickt. „Ja, den Weg nach Emmaus kenne ich. Nach Hause finden wir. Das schaffen wir noch. Komm, lass uns beten. Gott ist da, auch wenn wir so traurig sind. Ihm können wir alles sagen, was uns so traurig macht.“

Jetzt seid Ihr dran!

  • Was macht dich traurig? Was bedrückt dich? 
  • Nehmt euch eine Träne (aus Papier) und malt oder schreibt darauf. 
  • Dann legt/pinnt eure Träne in den Krug.  

Gott ist da, auch wenn wir traurig sind. Er sammelt unsere Tränen.

„Gott, sammle unsere Tränen in deinem Krug.“  Psalm 56,9

Station 2: Mit den Emmausjüngern erfahren wir, was passiert ist: Jesus ist tot

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    „Ihr beiden seid aber wirklich ganz in euer Gespräch vertieft“, spricht sie plötzlich einer von der Seite an. „Ich gehe schon eine Weile neben euch her, aber ihr seht ja wirklich kaum eure eigenen Füße. Warum seid ihr denn so unendlich traurig? Was ist denn geschehen?“

    „Hallo, wo kommst du denn her? Ich habe dich wirklich gar nicht bemerkt. Und jetzt sag bloß. Hast du von all den Ereignissen in Jerusalem nichts mitbekommen?“

    Schnell kommen sie mit dem Fremden ins Gespräch und erzählen ihm alles, was geschehen ist. Sie erzählen von Jesu Leiden und Sterben. Die ersten Worte kommen den beiden mühsam und zögerlich über die Lippen. Doch nach den ersten Worten kommen sie ins Erzählen und sind kaum mehr zu bremsen. Sie erzählen auch ganz viel von dem, was sie mit Jesus erlebt haben. Jesus erzählte vom Frieden. Er heilte viele Menschen. Er machte die Hungrigen satt. Jesus half einfach jedem, der ihn um Hilfe bat. 

    Und Jesus zeigte den Menschen, was das Wichtigste an Gottes Geboten ist: Die Liebe. 

    Jesus will, dass die Menschen Gott lieben und sich selbst. Wer weiß, wie sehr er von Gott geliebt ist, kann viel freundlicher mit sich und den anderen Menschen leben. So können die Menschen friedlich zusammenleben. 

    Sie erzählen und erzählen. Es tut gut, sich zu erinnern und davon zu erzählen. Wie gut es ist, dass der Fremde einfach zuhört. Aber dann kommen sie doch wieder auf die letzten Tage zu sprechen. Jesus hat so vielen Menschen geholfen. Jetzt musste er selbst so leiden und sterben. Warum hat er sich selbst nicht geholfen? Haben wir umsonst geglaubt? 

    Jetzt liegt er in der dunklen Grabhöhle. Und wir alle, seine Freunde, seine Weggefährten tappen im Dunkeln. Wieder überkommt die Freunde die Trauer. Da sehen sie von weitem ihre Heimatstadt Emmaus.

    „Für uns war klar, nichts wie nach Hause, in Emmaus haben wir wenigstens unserer Ruhe.“

Jetzt seid ihr dran:

Drei kleine Kreuze, gebastelt aus Stöcken und die Bindfaden stehen auf einer Wiese.

  • Nehmt euch zwei Stöcke, einen kurzen und einen längeren, und ein Stück Schnur aus der Kiste. 
  • Bindet die beiden Stöcke mit der Schnur zu einem Kreuz zusammen. 

Die Jünger erzählen davon, dass Jesus am Kreuz gestorben ist. Das Kreuz erinnert uns, dass Jesus uns Menschen mit Gott verbindet. Er hat schlimmes Leid erlebt. Er versteht uns Menschen, wenn es uns nicht gut geht und wir klagen. Dafür steht der Stock, der quergelegt wird. Jesus ist nicht im Tod geblieben. Er verbindet uns mit Gott. Dafür steht der Stock, der von oben nach unten geht. Beide sind verbunden. 

Station 3: Mit den Emmausjüngern teilt Jesus das Brot

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    Die beiden Jünger treffen Jesus auf dem Weg nach Emmaus. Drei Egli Figuren stehen sich gegenüber, in einer Landschaft, die aus einer Landschaft aus gelbem und roten Stoff drapiert ist.

    Als sie nach Emmaus hinein kommen wird es langsam dunkel. Die Freunde gehen auf ihr Zuhause zu. Der Fremde will sich verabschieden. Doch Kleopas bittet ihn: 

    „Herr, bleibe bei uns,

    denn es will Abend werden,

    und der Tag hat sich geneiget.“

     

    So lässt sich ihr Begleiter einladen. Er kommt mit den Freunden nach Hause. Gemeinsam sitzen sie zum Essen zusammen. Kleopas hat eigentlich gar keinen Hunger und auch sein Freund bekommt kaum einen Bissen hinunter. Doch sie müssen ihrem Gast ja etwas zu Essen anbieten. 

    Da nimmt ihr Gast das Brot in die Hände. Er spricht ein Dankgebet und gibt jedem von ihnen ein Stück Brot.

    Kaum hält Kleopas das Brotstück in den Händen, springt er vom Tisch auf. Wie ein Blitz fällt ihm ein, wie Jesus bei ihrem letzten großen gemeinsamen Essen das Brot mit ihnen geteilt hat. 

    „Mensch, Kleopas, das ist ja Jesus!“

    ruft da auch schon sein Freund. Aber wie sie ihre Köpfe auch drehen und sich im Raum umschauen, ihr Begleiter ist nicht mehr da. 

    Aber die beiden Freunde sind sich jetzt ganz sicher. Jesus lebt! Es kam alles wie er gesagt hat, er ist auferstanden. Den ganzen Weg ist er mit ihnen gegangen. Hat ihnen zugehört. Hat sie reden lassen. Die beiden blinzeln mit ihren tränennassen Augen und kauen lange auf ihrem Brot. 

    „Wie haben wir ihn die ganze Zeit nicht erkannt?“ „Er hat uns einfach zugehört in unserer Trauer und uns begleitet.“ „Jesus lebt! Immer noch ist er für uns da. Er lässt uns nicht alleine.“ „Wie er das Brot mit uns geteilt hat, letzte Woche und heute, daran habe ich ihn erkannt.“ 

    „Unterwegs waren wir so traurig, wir konnten ihn nicht erkennen. Wir konnten keine neue Hoffnung schöpfen. Aber als wir soweit waren, hat er sich uns gezeigt. Und jetzt macht das alles einen Sinn.“ „Jesus ist auferstanden, so wie er gesagt hat. Das Leben siegt über den Tod.“

Jetzt seid ihr dran:

Jesus in der Mitte sitzt mit den beiden Emmaus-Jüngern, jeweils einer rechts und links, zu Tisch. Auf dem Tische stehen Kelche und ein Laib Brot. Es ist eine Zeichnung zum ausmalen.

Nehmt euch die „Kleine Liturgie“ mit nach Hause, besorgt euch ein Stück leckeres Brot, eine Kerze und ein Kreuz und teilt miteinander das Brot.

Erzählt euch dabei: Welche Geschichten kennt ihr von Jesus? 

Er macht satt. – Wenn er das Brot bricht, erinnert er daran, er will Menschen satt machen, ihren Hunger, aber auch satt machen mit allem was sie zum Leben brauchen: Glück, Liebe, Zuwendung, … 

Plötzlich können die Jünger ihn sehen.

Manchmal brauchen auch wir jemanden, der uns hilft auf Kleinigkeiten zu achten. 

Das Schöne zu sehen. Einen Neuanfang zu wagen. Aufzublicken aus unseren Sorgen. Hoffnung zuzulassen. Unsere Trauer jemandem (mit)zuteilen. Gottes Spuren in unserem Alltag zu entdecken. 

Download: Kleine Liturgie

Station 4: Mit den Emmausjüngern schöpfen wir neue Hoffnung: "Jesus lebt!"

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    Eine kleine brennende Kerze in einem Glas vor dunklem Hintergrund. Die Kerze ist mit einem Kreuz und den Zeichen für Alpha und Omega verziert.

    Plötzlich wird es hell in ihnen.

    Sie sind so fröhlich. Ihnen ist nach Lachen und Feiern zu mute.

    Sie sind nicht länger traurig.

    Die Freunde entspannen sich.

    Sie können wieder von Herzen lachen und sich freuen.

    Jesus lebt. Es ist Ostern.

     

    Sie sehen die Welt im neuen Licht.

    Sie können wieder stehen und aus ihren Augen sehen.

    Alles macht doch einen Sinn.

    Gott wird weiter mit den Menschen unterwegs sein.

    Jesus lässt seine Freunde nicht alleine. 

Jetzt seid ihr dran:

Nehmt euch ein Samentütchen mit und sät diese zuhause nach der beiliegenden Anleitung. Bald werden die ersten grünen Halme ihre Köpfe aus der Erde strecken. Diese grünen Pflänzchen zeigen, wie das Leben das Dunkel überwindet. 

Es gibt neue Hoffnung. Da wächst etwas.

Das Bild zeigt bunte Frühlingsblumen, vor allem gelbe Osterglocken

Station 5: Mit den Emmausjüngern genießen wir Ostern

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    Mir geht es so gut. 

    Alles Dunkle ist weg. 

    Mir ist warm, als ob die Sonne auf mich scheint. Dabei ist es doch mitten in der Nacht. 

    Kleopas, es ist wirklich wahr. 

    Jetzt kann alles anders werden. 

    Jetzt ist Gottes neue Welt mitten unter uns. 

Ein Gestell behängt mit vielen bunten Eiern in einem Garten. Im Hintergrund ein Baum der blüht.

Jetzt seid ihr dran: 

 

Schau nur!

  

Hier blüht es. Da leuchten die Ostereier am Baum. Hier strecken die ersten Frühlingsblumen ihre Köpfe aus dem Boden und dort drüben sind schon Knospen und Blüten an den Sträuchern. 

Hier im Ostergarten können wir Ostern genießen. 

Geht heute und in den nächsten Tagen mit offenen Augen weiter. Wo entdeckt ihr Hoffnung? Wo blüht es? Wo seht ihr das volle Leben?

Kennst du einen guten Witz? Dann erzähl ihn doch denen, die mit dir hier sind. Dann lacht ihr bestimmt gemeinsam darüber! 

Station 6: Mit den Emmausjüngern erzählen wir die Osterfreude weiter

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    Die beiden Emmaus-Jünger eilen zurück nach Jerusalem. Zwei Egli-Figuren in laufender Pose auf eine Straße aus gelbem Tuch, in einer Landschaft aus grünem Tuch.

    „Kleopas, los, wir müssen zurück nach Jerusalem!“
    „Aber es ist doch mitten in der Nacht?“

    „Egal, die anderen müssen doch auch wissen, was wir erlebt haben. Wir müssen allen erzählen, dass Jesus lebt.“ 

    „Los, wir müssen zurück und allen erzählen, was wir erlebt haben. Los, lass uns zu den anderen Jüngerinnen und Jüngern, zu unseren Freunden zurückgehen. Wir müssen alle die Osterbotschaft weitererzählen.“ 


    Jesus ist Auferstanden! Jesus lebt! 

Jetzt seid ihr dran:

Malt ein großes buntes Bild – sodass alle, die vorbeigehen, von der Freude angesteckt werden. 

Und dabei könnt Ihr gerne laut singen: 

Eine bunte Kreidezeichnung auf Pflaster: eine Wolke hinter der eine Sonne vervorlugt. In der Wolke ist ein Herz gemalt und die Worte: Jesus ist auferstanden!